Gewinnerbild August 2010

Herzlichen Glückwunsch Ratten-Bubu mit Ratte Uranus!

atsirhc99 - Gewinnerbild Januar 2010

Witz des Monats

Eine Fliege fliegt haarscharf an einem Spinnennetz vorbei.
Die Spinne ruft ärgerlich: "Morgen kriege ich dich!"
"Denkste! Ich bin eine Eintagsfliege!"

Planet der Ratten

Planet der Ratten

Ratten im Lohengrin: Das hatte sich früh herumgesprochen. Aber die Inszenierung erscheint insgesamt eher weise als provokant.

Die Sache mit den Ratten in der Bayreuther Eröffnungspremiere hatte sich früh herumgesprochen: Ratten im Lohengrin, also sowas! Sie sind übrigens durchaus niedlich in ihren schwarzen und weißen Kostümen mit Rückennummern, mit ihren langgliedrigen Händen und Füßen, ihren leuchtend roten Augen auf transparenten Köpfen, ihren tapsig-mühsamen rattigen Bewegungen, ihrer kollektiven teilnehmenden Neugier, ihrem Untertanen-Gehabe.

Sie sind Gefolgschaft und Publikum allen Geschehens und oft auch Täter, sie sind Objekte und Subjekte des Experiments, das den Titel
Lohengrin
trägt und Daten zu einigen grundlegenden Verhaltensweisen ihrer Spezies sowie der Spezies Mensch liefern soll. Manchmal muss Laborpersonal in Schutzanzügen die Ordnung wieder herstellen, denn Ratten neigen als Masse zu eigenwilliger Unordnung. Manchmal entkommen einige von ihnen, und bald dämmert dem beklommenen Zuschauer, was sie dann machen: Sie pflanzen sich fort und vermischen sich mit anderen Gattungen! In einem fortgeschrittenen Stadium des Experiments haben Menschenmädchen Rattenschwänze, den Männern ragen Rattenfüße unten aus den Hosenbeinen.

Am Ende erinnert nur noch wenig an die Rattenvergangenheit der Menschen, an die Menschwerdung der Ratte oder umgekehrt, alles sieht ganz zivil aus. Aber Lohengrins Mission ist gescheitert, und die einzige Hoffnung ruht auf einem frisch aus dem Schwanenei geschlüpften Embryo. Ist nicht-rattisches Menschsein möglich? Man weiß es nicht, man kann es nicht ganz ausschließen. Übrigens sind vermutlich auch die Zuschauer Teil des Experiments, von dem man nicht weiß, wer das Design dafür entworfen hat. Man weiß also (nach der Menschwerdung der Ratten) auch nie genau, zu welchem Teil des Experiments die Zuschauer gehören. Draußen vorm Festspielhaus umringt ein gutes Dutzend Fotografen den Showmaster Thomas Gottschalk und führt mit ihm eine eigenartige und irgendwie sehr rattenhafte Fotografier-Choreografie auf.

Was das alles mit der Geschichte von Elsa und Lohengrin, Ortrud und Friedrich und König Heinrich zu tun hat? Hans Neuenfels sieht Wagners
Lohengrin
nicht nur als Drama zwischen fünf Hauptfiguren, sondern zusätzlich als eines, das von diesen fünf Figuren für das Volk aufgeführt wird, das immer und überall zuschaut. Jeder Lebensraum ist zugleich Laborraum, das Leben ist immer zugleich Experiment, noch kennt niemand mehr als Zwischenergebnisse. Die allerdings geben reichlich Anlass für skeptische Haltungen und wenig für pathetische Zukunftshoffnungen, aber bitte, nichts präjudizieren.

Am Anfang haben die Ratten Elsa schwer zugesetzt. Pfeile stecken in ihrem Körper, ohne sie allerdings ernsthaft verwundet zu haben; der Schmerz scheint erst spürbar zu werden, als die Pfeile herausgezogen werden. Die letzten zieht Lohengrin. Das tut weh. Und immer wieder sorgt, mitten im Rattengetümmel, Neuenfels dafür, dass die Menschen auf der Bühne für sich und mit der Musik allein sind. Auch Elsa und Lohengrin machen einen Prozess der Menschwerdung durch, nachdem sie, wie von der Musik herbeigerufen, aus großer, heiliger Ferne hereingekommen sind.

Da hört man dann, einerseits, wie Andris Nelsons mit dem Orchester arbeitet. Nach einem etwas holzschnitthaften und risikoreichen Vorspiel kommt er im Drama an. Er bremst Tempi, nimmt Lautstärke aus den Szenen, setzt Akzente, markiert Steigerungen, arbeitet mit der orchestralen Klangbalance. Man hört Farben und Geflechte, Nuancen und Regungen und vieles, was sonst oft verborgen bleibt. Alles ist so nahe am Geschehen, dass suggestive dramatische Meta-Einheiten entstehen. Das erlebt man nicht oft, dass Regie und Musik zu einer solchen Symbiose finden wie zuweilen hier.

Andererseits hört man auch, wie sehr es sich lohnt, Annette Dasch (Elsa) und Jonas Kaufmann (Lohengrin) miteinander und mit der Musik allein sein zu lassen. Ihre Auftritte und Begegnungen sind feinsinnig ausgearbeitete Höhe- und Wendepunkte. Annette Dasch bekommt den Raum für das, was sie am besten kann, nämlich eine durchaus voluminöse lyrische Entfaltung von Daseinszuständen. Jonas Kaufmanns Lohengrin findet eine große Fülle von Nuancen und viel mehr Fragen als forsche Thesen, und selten sah man einen Lohengrin, der so sehr mit sich selbst konfrontiert ist: Seine Geschichte wollen am Schluss die Ratten schon gar nicht mehr hören.

Neuenfels Inszenierung erscheint insgesamt eher weise als provokant, eher ironisch als konfrontativ, und sie ist von großem Respekt für die Musik geprägt. Nicht alles läuft von Anfang an rund, der erste Akt lässt Fragen offen, aber im zweiten ziehen sich die Fäden zunehmend schlüssig zusammen. Daran hat Nelsons Arbeit wie auch Reinhard von der Thannens kühl wirkungsvolles Bühnenbild erheblichen Anteil. Ebenso bemerkenswert wie die szenische Arbeit erscheint der Umstand, dass die Inszenierung auch sängerisch Marken setzt; das tut sie nicht nur in den schon erwähnten Hauptpartien, sondern oft auch in Gestalt von Evelyn Herlitzius (Ortrud) und Hans-Joachim Ketelsen (Telramund) sowie Georg Zeppenfeld als Mad King Heinrich. Die Gewissheit allerdings, dass wir nicht wirklich auf dem Planeten der Ratten leben, vermittelt dieser Lohengrin nicht.

Quelle: Frankfurter Rundschau


Ratten in der Literatur

Ratten in der Literatur

Ratten personifizieren schon seit mehreren Jahrhunderten Krankheit und Unheil - der Aberglaube sagte ihnen nach, die Verwandlungstiere von Hexen und Kobolden zu sein, und man versuchte sich ihrer mit Hilfe von Heiligen mit Segens- und Bannsprüchen zu erwehren. Ratten sind ein Symbol für bevorstehendes Unglück ... wenn sie ein Haus verlassen, soll diesem bzw den Bewohnern Unheil bevorstehen, verlassen sie ein Schiff, so soll dieses sinken.

Der "Rattenfänger von Hameln" ist ein erstes Beispiel, in dem Ratten in der Literatur eine Rolle spielen: der Rattenfänger hat die Aufgabe, die Stadt Hameln von dem unangenehmen Rattenvorkommen zu befreien. Als die Bürger den Rattenfänger nicht für seine Arbeit entlohnen, wendet dieser seine "Entführungskünste" auf die Kinder der Stadt an (...)

Auch in dem in dieser Zeitung behandelten Drama "Die Ratten" von Gerhart Hauptmann werden Ratten zum Sinnbild einer verfallenen Gesellschaft. Der Dachboden wird zum Lebens- und Ereignisort für Ratten und "menschliches Ungeziefer".

In dem 1947 erschienenen Roman "die Pest" von Albert Camus sind die Ratten ein erstes Zeichen für die bevorstehende Seuche. Die Ratten kriechen aus ihren Schlupfwinkeln und sterben auf Straßen und Plätzen ... bald darauf sterben die ersten Menschen an der Pest. Die Hauptfigur - der Arzt Rieux deutet den Vorgang so: "... dass der Pestbazillus niemals ausstirbt oder verschwindet und dass vielleicht der Tag kommen wird, an dem die Pest zum Unglück und zur Belehrung der Menschen ihre Ratten wecken und erneut aussenden wird, damit sie in einer glücklichen Stadt sterben ..."

Ratten gelten als sehr intelligente Tiere: besonders in der Geschichte "The Ratcatcher" von Roald Dahl wird diese Seite der Ratten hervorgehoben - um sie zu fangen oder zu vernichten, muss man sie genau beobachtet haben, muss man schlauer sein, um ihr Misstrauen, ihre Cleverness zu überlisten - so die Hauptfigur, der im Auftrag des Gesundheitsamtes die Ratten vernichten soll, aber selbst schon rattenhaft wirkt in Aussehen, Bewegungen und - auch in seiner Denkweise ...

Dass ein Mensch ein "Rattenbewusstsein" annimmt, ist auch das Thema in der Horrorerzählung von Howard Philips Lovecraft "The rats in the wall", die 1924 erschienen ist. Darin zieht ein Mann in ein Schloss ein und hört seltsame Geräusche in den Wänden und unter dem Fußboden, als er in den Keller - zusammen mit einem Freund - heruntersteigt, geraten sie in die Welt einer Rattenarmee ... die Ratten dringen in das Bewusstseins des Mannes, was diesen dazu bringt, seinen Freund zu fressen. ...

"Auf Weihnachten wünschte ich eine Ratte mir, hoffte ich doch auf Reizwörter für ein Gedicht, das von der Erziehung des Menschengeschlechts handelt." So - ironisch und anspielungsreich - beginnt Günter Grass´ Roman "Die Rättin" (1986). Wie bei dem literaturnobelpreisverdächtigen Großromancier üblich, wird das Nagetier hier mehr als nur Symbol. Grass´ Tiere sind Allegorien, die mit dem fiktiven Ich-Erzähler und dessen "Romanpersonal" geradezu verschmelzen können. Die Tierfigur scheint ohnehin konstitutiv für die unbändige Phantasie des Autors: "Katz und Maus", "Hundejahre", "Der Butt", "Unkenrufe".

Literarische Ratten stehen für Tod, Verfall, Fäulnis, Krankheit und Seuche. Dabei haben Sie mit einer anderen, wesentlich niedlichereren Spezies eines gemeinsam: ihr grenzenlose Fruchtbarkeit. Die Rede ist vom Kaninchen, das als Fortpflanzungswunder bereits während einer Schwangerschaft erneut trächtig werden kann. Im Osterhasen wird diese Fruchtbarkeit zum Symbol neuen Lebens.

- Ratten und Kaninchen hat Wolfgang Borchert in seiner Erzählung "Nachts schlafen die Ratten doch." (1946) sinnfällig zu Bild und Gegenbild komponiert. Der kleine Jürgen, der aus Pflichtbewusstsein vor den Trümmern seines Elternhauses den getöteten Bruder vor den Ratten bewachen will, wird mittels einer humanitär begründeten Notlüge von einem alten Mann ins Leben zurückgeführt. Er will ihm junge Kaninchen schenken.

© AFP

Quelle: www.michaelseeger.de

Notfälle September

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Andere Notfalltiere

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Tierheime

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Stiftung Rattentest

Für den September wurde getestet: Paprika

Heißt es eigentlich der oder die Paprika? Die Paprika, sagt Wikipedia. Also: Es gibt die Paprika in den verschiedensten Formen: rund, länglich, groß und klein. Und dann gibt es noch die ganz kleinen, genannt Peperoni oder auch Chili, die anregend, antibakteriell, betäubend, durchblutungsfördernd, schweiß-
treibend, gegen Appetitlosigkeit, gegen Verdauungsschwäche, gegen Blähungen, gegen Magenschwäche, wurmtreibend, gegen Hämorrhoiden (Hä???), gegen Rheuma, den Kreislauf anregend, hautreizend, gegen Muskelschmerzen, gegen Muskelkater, gegen Rückenschmerzen, gegen Nackenschmerzen, gegen Verspannungen, gegen Zerrungen, gegen Hexenschuss, gegen Ischias, gegen Gelenkschmerzen und die völlig ungeeignet für Ratten sind!!!

Die gängigsten Farben sind grün, rot, orange und gelb. Ich selbst mag die gelben am Liebsten und die grünen gar nicht. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass alle meine 20 Ratzels da den gleichen Unterschied machten. Oder lag es vielleicht nur daran, dass zeitgleich mit der grünen Paprika andere Leckereien gereicht wurden? Jedenfalls wurden die gewürfelten Stücke im Grunde gerne genommen. Allerdings blieb die Schale liegen. Wie die Ratzels das geschafft haben, ist mir ein Rätsel. Diese hauchdünne Haut wurde fein säuberlich abgeschält oder vielmehr, das Fleisch wurde heraus gefressen. Beim allerersten Mal ist mir ein Riesenschreck durch alle Glieder gefahren. Im Käfig sah es aus, als wäre jemand abgeschlachtet worden, weil die rote Schale überall klebte und aussah, als wäre es Blut.

Fazit:
Prinzipiell fressen Ratten gerne Paprika, machen auch nicht so großen Unterschied zwischen den einzelnen Sorten, den Farben aber schon - glaube ich.



by Samiratte
Gewidmet den Tieren, die im August 2010 die Regenbogenbrücke überquerten:

Colin, Gabriel, Ramone, Wolke, Malou, Ghandi, Manito, Little Richard und Jerry Lee, Paul, Kelby, Scubi, Nougat und Hexe, Samantha und Brainy.


Sollte mal einer Eurer Lieblinge vergessen worden sein, dann schickt bitte eine PN an Uli.

www.rattenfreidhof.de