Hallo,
wie alt sind denn Deine Kinder? Ich denke nämlich wie Mütze auch, dass es für sie genau das falsche Zeichen setzt, wenn Ihr nun die "bösen" Ratten abgebt und Euch dafür "neue, liebe" anschafft.
Bei Ratten ist es, wie mit allen Tieren. Oftmals ist der Halter sich gar nicht bewusst, dass er/sie etwas tut, das dieses Verhalten im Tier hervorruft. Meistens sind ganz kleine Tipps und Tricks schon sehr wirksam, um ungewolltes Verhalten bei Ratten wieder in den Griff zu bekommen. Besonders wenn die Ratten nicht aggressiv sind, sondern einfach nur nichts gewohnt, weil sich selten mit ihnen beschäftigt wurde. Das kann man relativ schnell in den Griff kriegen. Erste Erfolge sieht man da oft schon innerhalb von ein paar Tagen intensiven Trainings. Das erfordert ein wenig Geduld und eben auch Fingerspitzengefühl. Aber wenn Ihr die beiden Mädels erst seit 2 Monaten habt, dann kann sich doch noch alles ändern - Ihr müsst das nur wollen. Außerdem sind ja demnächst Ferien und da haben gerade Deine Kinder ja viel Zeit, um sich täglich eine Stunde mit den Ratten zu beschäftigen. Deshalb auch meine Frage nach dem Alter Deiner Kinder. Bei sehr kleinen Kindern kann man solches Training mit "schwierigeren Tieren" natürlich noch nicht erwarten. Aber wenn sie in der dritten oder vierten Klasse sind, dann können sie das durchaus schon schaffen.
Ein Beispiel: Vor 2 Wochen habe ich einer noch nicht besonders rattenerfahrenen Halterin einen einzelnen Rattenbock vermittelt, der bereits 2 Jahre alt ist und sein ganzes Leben lang nie gute Erfahrungen gemacht hatte. Er war kaum mehr sozialisiert, wurde im Tierheim von niemandem angefasst, weil er total panisch reagierte und sofort zubiss, wenn er keine Chance mehr sah, um wegzulaufen. Dieser Bock hatte bei den Mitarbeitern im Tierheim einen sehr schlechten Ruf, weil er schon öfters gebissen hat und die Vermittlungschancen standen denkbar schlecht. Als ich ihn abholte, wollte niemand der Tierheimmitarbeiter den Bock anfassen und es hieß, ich solle ihn selber aus dem Käfig holen. Zusammen mit der neuen Halterin haben wir uns 2 Stunden mit dem Bock beschäftigt und analysiert, wie er sich so verhält, welche Situationen ihm Angst machen und wie man diese Situationen anfangs vermeiden und später den Bock daran gewöhnen kann, bis er keine Angst mehr davor hat. Wie gesagt, das ist jetzt zwei Wochen her, die neue Halterin hat sich in dieser Zeit mit dem Bock beschäftigt, meine Ratschläge beherzigt und gestern abend hat sie mich angerufen und mir erzählt, dass der Bock mittlerweile sehr umgänglich ist und nicht mehr versucht zu beissen - auch wenn er natürlich kein Schmuser geworden ist, aber das erwartet ja auch keiner in nur 2 Wochen.
Und das, was diese Halterin geschafft hat, kann jeder schaffen! Für Euch ist es wichtig, dass Ihr jemanden habt, der erfahren ist und Euch sagt, was Ihr verbessern könnt. In Eurer Gegend gibt es aber eine sehr erfahrene Halterin, die Euch sicherlich helfen könnte. Aber ich möchte zuerst bei ihr nachfragen, ob es für sie okay wäre, wenn ich Euch an sie verweise. Wenn Du möchtest können wir aber auch mal telefonieren und das Problem besprechen. Vielleicht hilft das ja schon weiter. Ich glaube nämlich tatsächlich, dass es nur Kleinigkeiten sind und die Ratten dann ganz schnell zahm werden.